Die Morgentoilette: Entscheidungen, Gefühle und Reinigung für den erfolgreichen Start in den Tag

Morgens-duschen

Schwierigkeitsgrad: ganz schön viel auf einmal

Haben wir ein festes Zuhause mit eingebautem Badezimmer und befinden wir uns auf einer Wellenlänge mit den Normalen der Gesellschaft, dann kommen wir um diese Prozedur nicht herum: die Morgentoilette.

Die Morgentoilette bzw. ihr Umfang zeigt uns nicht nur unseren jeweiligen Zustand nach dem Aufstehen, der je nach den Erlebnissen des Vortags sehr unterschiedlich ausfallen kann. Sie stellt auch das unbestrittene Ritual dar, dass unseren Tag eröffnet – egal, ob sie früh am Morgen oder am Mittag oder vielleicht erst am späten Nachmittag passiert, vor der Arbeit oder dem ganztägigen Frühstück. Natürlich gilt auch hier "Morgenstund hat Gold im Mund". Anleitungen dazu findet ihr in unseren Tipps für Frühaufsteher.

Die Morgentoilette ist ein sehr komplexer Vorgang, der hier in einer auf mehrere Teile angelegten, beinahe monumentalen Anleitung, beleuchtet werden soll. Wir wollen uns Zeit nehmen, lernen, uns herantasten. Ja man kann sagen, die Abläufe einer guten Morgentoilette sind ähnlich schwer zu erlernen wie ein Instrument. Doch wenn man sich in den Grundharmonien erst einmal auskennt, wird man erleben, wie flexibel und abwechslungsreich sie anzuwenden sind.


Teil 1: Entscheidungen, Gefühle und Reinigung

Die Morgentoilette ist zunächst einmal ein Gefühl, das sehr unterschiedlich ausfallen kann: entweder wir kommen nicht aus dem Bett und liegen da und denken, hach Mist, jetzt Zähneputzen, Duschen, Rasieren, Eincremen usw. (Hier haben wir schon geschickt vier mögliche Hauptbestandteile der Morgentoilette untergebracht). Oder wir springen dynamisch aus den Federn und denken uns: "Ja, jetzt ein frisches Bad!". Es ist natürlich auch möglich, dass uns ein Gefühl der Unumgänglichkeit ergreift, wenn wir am Morgen in den Genuss kommen, unseren eigenen Atem zu riechen.

Wir stehen also jetzt neben unserem Bett und haben eine erste Entscheidung zu treffen: gehe ich nackt ins Bad, ich muss ja sowieso unter die Dusche oder ziehe ich mich schon an, ich habe es eilig und muss nur Zähneputzen oder gehe ich im Schlüpfer, um mir nicht die Kleider mit Zahncreme zu bespritzen. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist groß, lasst Euch hier eher von Eurem Gefühl leiten. Fühlt sich der Körper klebrig an, was auch von der Nacht oder dem Abend vor der Nacht abhängt, würde ich sofort nackig unter die Dusche springen. Sind fremde Menschen in der Wohnung und könnten sie beispielsweise im Flur angetroffen werden, würde ich zumindest eine Unterhose überziehen. Aber macht wie ihr wollt, hier kann ich leider keine genaue Anleitung anbieten.

Wichtiger Tipp: Zahncremeflecken gehen eher schwer wieder raus. Zum Zähneputzen würde ich freien Oberkörper empfehlen. Sollten Zahncremeflecken entstehen, ist ein Umziehen unumgänglich, das sei an dieser Stelle versichert.

Haben wir das Bad erreicht, ist die nächste Entscheidung gefragt. Ihr seht, die Morgentoilette stellt eine Kette von Entscheidungen dar. Da müssen wir durch. Auch hier ist die Tagesform entscheidend. Habt ihr keine Lust zum Duschen, sei es das kalte Badezimmer ist dafür verantwortlich oder die mangelnde Zeit, überlegt zunächst, wann ihr das letzte Mal geduscht habt. Wart ihr einen Tag vorher beim Sport oder Joggen und habt ohnehin geduscht, dann komm, lass es heute Morgen mal sein. Da reicht eine Katzenwäsche.

Katzenwäsche:
Unter einer Katzenwäsche verstehen wir die zeitsparende Variante der Körperreinigung. Hier werden lediglich das Gesicht gewaschen, der Oberkörper, unter den Achseln, eventuell noch kurz intime Stellen, das wars. Ich kenne Menschen, die benutzen dazu einen Waschlappen. Diesen lehne ich als hochgradig unhygienisch ab. Vor allen, wenn er dann nach Gebrauch im hinteren mittleren Bereich des Körpers über der Wanne liegt oder an einem Haken neben dem Waschbecken hängt. Gerade in einem Mehrpersonenhaushalt ist das nicht tragbar.
Es geht auch anders: die Hände umgreifen einen Seife und werden unter einen so genannten Wasserhahn, aus dem Wasser läuft, gehalten. Durch Reiben der Hände an der Seife wird ein Schaum erzeugt, der dann am Körper verteilt werden kann. Dort wird dann durch Rubbeln der Körper von übel riechenden Stoffen befreit bzw. wird ein Reinigungsgefühl erzeugt.

Warum der Wasserhahn Wasserhahn heißt, müsst ihr woanders nachlesen. Wahrscheinlich haben beide was mit dem Morgen zu tun.

Warmes Wasser

Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass in jedem Haushalt warmes Wasser aus der Wand kommt und eine so genannte Mischbatterie vorhanden ist. Die Mischbatterie sitzt unter dem Wasserhahn und bringt kaltes und warmes Wasser zusammen. Ausschließlich heißes Wasser tut weh und ausschließlich kaltes auch und ist darüber hinaus ungemütlich.

Um gemischtes Wasser zu erhalten, dreht ihr an zwei Knöpfen die links und rechts vom Wasserhahn angebracht sind. In der Regel kommt bei Blau kaltes Wasser raus und bei Rot heißes. Je nach Drehgrad verändert sich Wassertemperatur.

Aber Vorsicht: nicht erst das heiße aufdrehen und dann Hand drunter halten. Da hat sich schon mancher schwere Schäden zugezogen! Auch hier kommt es auf die Mischung an.
Bei moderneren Mischbatterien gibt es nur noch einen Hebel. Den drückt man hoch, dann kommt Wasser raus und drückt ihn nach Rechts oder Links und das Wasser wird warm oder kalt. Das ist je nach Hersteller unterschiedlich.

Sollten wir uns dafür entscheiden, mit einer Dusche zu beginnen, was in den meisten Fällen sehr zu begrüßen ist, dann ist folgender Ablauf zu beachten:

– Kleidung ausziehen, es empfiehlt sich, eine Dusche in der Regel nackt vorzunehmen
Hahn aufdrehen
– Wassertemperatur einstellen. Niemals erst unter die Dusche stellen und dann das Wasser andrehen, das kann zu bösen Überraschungen führen! Grund dafür ist, dass selbst wenn Heißwasser eingestellt, noch das eiskalte Wasser heraus fließen kann, das von der letzten Dusche im Schlauch verblieben ist
vom Wasserhahnausfluss zum Duschkopfausfluss wechseln. Dafür gibt es an fast jeder Mischbatterie einen Knopf, den man hoch- oder runterdrücken muss, dann wechselt das Wasser zum Duschkopf, bis Punkt 4 kann der Schlüpfer noch angelassen werden, spätestens jetzt weg damit
ist die Temperatur des Wassers bekömmlich, kann sich unters Wasser gestellt werden. Dazu einfach in die Duschkabine gehen (ein Schritt genügt) oder in die Wanne steigen (nicht ausrutschen!)
erstmal pauschal abbrausen. Das ist gut für eine Anpassung der Hauttemperatur an die des Wassers und für das allgemeine Wohlbefinden

Erneute Entscheidung!

Erst die Haare oder erst der Body? Ich entscheide mich meist für die Haare zuerst. Flasche oder sonstiges Behältnis nehmen, auf dem Haarwaschmittel oder Shampoo oder Haarshampoo steht. Duschcreme kann auch verwendet werden, bringt aber nichts. Das Shampoo müsste im Idealfall dem jeweiligen Haartyp angepasst sein. Lasst euch im Laden beraten!
– Ein wenig Shampoo in die Hände und das Ganze in die Haare einmassieren, bis es gut schäumt,
nach ca.30 Sekunden den Schaum abbrausen, Augen zumachen! Das brennt sonst!
– eine Weile unter der Dusche verharren
– Shampoo wegstellen, Duschcreme nehmen
– Duschcreme in die Hände geben, schon ein wenig verreiben, dann auf dem ganzen Körper (außer den Haaren natürlich) verteilen, bis es wieder gut schäumt
– Schaum abbrausen
– noch ein bisschen unter dem angenehmen Wasserregen stehen bleiben (Vorsicht bei Wasserboilern, irgendwann ist das warme Wasser alle!!)
– Wasser ausmachen
– Handtuch nehmen, das möglichst schon irgendwo außerhalb des Wasserstrahls griffbereit gelegen hat
(Vor dem Aussteigen Füße abtrocknen, sonst gibt das Pfützen!)
– Haare abrubbeln
– alles abtrocknen
– in die Schlappen rein und
– Bademantel anziehen

So, das ist jetzt schon mal ganz schön viel Arbeit und damit haben wir erst einen kleinen Teil einer umfassenden Morgentoilette beleuchtet.

Jetzt riechen wir je nach Shampoo und persönlichen Geruchserfahrung erstmal ganz gut, doch wie sieht es mit dem Mundgeruch aus? Das erfahren wir eines Tages in einem weiteren Teil unseres Langzeitberichts zur Morgentoilette.

Was sind denn so Eure Erfahrungen bei der Morgentoilette? Katzenwäsche, Dusche oder gleich erstmal baden am Morgen? Sagt uns, wie Ihr das macht. Teilt Euch mit, auch für all die andern Suchenden da draussen, die nicht wissen, wie man sauber in den Tag startet.

2 Antworten auf „Die Morgentoilette: Entscheidungen, Gefühle und Reinigung für den erfolgreichen Start in den Tag“

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